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Ägypten: Islamischer Mob zerstört Kirche

Moschee statt Kirche? Die koptischen Christen wehren sich gegen die jahrelange Diskriminierung und Belästigung.

dic./Mai 2011 – Ein Moslem-Mob hat in einem Dorf südlich von Kairo ein Kirchengebäude angegriffen, zerstört und einen Brand gelegt, wobei der Priester fast getötet worden wäre. Wie lokale Quellen berichten, hatte ein Imam vorher einen Aufruf verkündet: „Tötet alle Christen!“ Der Angriff begann am Freitagabend (4.März 2011) in dem Dorf Sool, 35 km südlich von Kairo, und setzte sich einen grossen Teil des Samstags hindurch fort. Ein lokaler Imam, Sheik Ahmed Abu Al-Dahab, hatte einen Aufruf an die Muslime in dem Gebiet gerichtet, die Christen zu töten. Der Gemeindepriester Hoshea Abd Al-Missieh, der nur knapp dem Tod entging, bezeichnete den Krach, der entstand, als die Kirche eingerissen wurde, als Stimme des „Hasses“. Nachdem die Kirche dem Erdboden gleichgemacht war, beteten die Muslime an diesem Ort und begannen Geld zu sammeln für den Bau einer Moschee an dem Platz, wo die Kirche stand, sagte der Weihbischof von Giza, Balamoun Youaqueem. Der Angriff reiht sich ein in eine lange Liste von unverhältnismässigen Reaktionen auf ein Gerücht von einer Affäre zwischen einer Muslimin und einem Kopten. Bewohner des Dorfes Sool beschuldigten eine muslimische Frau und einen koptischen Mann, beide verheiratet, eine Affäre zu haben. Wegen dieses Angriffs flohen viele Kopten aus Sool in umliegende Dörfer. Die Frauen, die im Dorf blieben, werden nun sexuell belästigt, wie Youaqueem berichtet, der weiter sagt, dass er Telefonanrufe von Frauen aus dem Gebiet erhält, in denen sie ihn um Hilfe bitten. Am Sonntag, dem 6. März, versammelten sich ungefähr 2’000 Menschen vor dem Radio- und Fernsehgebäude in Kairo, um gegen den Angriff zu protestieren und gegen das, was die Kopten als schon viele Jahre andauernde Weigerung der Regierung ansehen, etwas gegen die Verfolgung von Christen in Ägypten zu unternehmen oder sie zuzugeben.