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Ägypten: Rechtshilfe für „Abgefallene des Islams“

Will jemand in Ägypten den Islam verlassen, hat dies häufig heftige Reaktionen der muslimischen Mitbürger zur Folge. Leider ist auch Gewalt keine Seltenheit. Doch die Zahl der Apostaten (vom Islam Abgefallenen) wächst.

 

hmk./ April 2019 – Eine von ihnen ist Manal*. Sie erzählt: „Mit einer Arbeitskollegin sprach ich hin und wieder über den christlichen Glauben und über Jesus Christus. Diese Gespräche weckten in mir das Verlangen, mehr von dieser Person, den die Christen den Sohn Gottes nennen, zu erfahren. Die kommenden Jahre lebte ich mit meinem Mann und unseren beiden Töchtern in Oman. Ich habe einen Master in Pädagogik und unterrichtete an der Universität. Zurück in Ägypten, entdeckte mein Mann eines Tages meine Bibel und meinen neuen Glauben. Er verprügelte mich und liess sich von mir scheiden.“

Erfundene Anklagen
Der Mann von Manal reichte zudem sechs erfundene Anklagen gegen seine Frau ein und drohte ihr „Geheimnis“ der Polizei zu verraten. Manal kam in Kontakt mit ägyptischen Christen (Projektpartner der HMK, Anm. der Redaktion), die ihr halfen, juristisch gegen diese Anzeigen vorzugehen. In einem ersten Schritt wurden vier der Anzeigen als haltlos wieder fallen gelassen. Für die restlichen zwei wird es nochmals etliche Monate dauern.

Nicht selten sind Konvertiten in Ägypten mit mehreren aus der Luft gegriffenen Anklagen konfrontiert; dies ist eine Strategie zur Kontrolle, Einschüchterung und Unterdrückung. Sobald klar wird, dass es sich um Abgefallene vom Islam handelt, ist es auf dem Rechtsweg äusserst schwierig, eine Lösung zu erwirken. Zudem sind wegen der Brisanz nur wenige Anwälte bereit, sich solchen Fällen zu widmen. Den Betroffenen beizustehen bedeutet, sich selber auch in Gefahr zu begeben.

Frauen aus muslimischem Hintergrund, die zum Glauben an Christus gefunden haben, stehen häufig unter massivem Druck und müssen mit juristischen Konsequenzen rechnen. Foto: © HMK


Trotz Gefahr ein Zeugnis für Jesus

Der Vater von Manal hat eine hohe Stellung in der islamischen Universität Al-Azhar und ist einflussreich. „Ich bete zu Jesus, dass Er meinem Vater im Traum begegnet. Ich befinde mich zwar in Gefahr, aber das hält mich nicht davon ab, meinen neuen Glauben mit meinen beiden Freundinnen zu teilen. Sie sind offen und wollen mehr aus der Bibel und von Jesus wissen.“

Sobald die zwei letzten Anzeigen entkräftet sind, möchte Manal wieder nach Oman gehen, wo sie ihren Glauben freier ausleben könnte. Durch ein weit und fein verästeltes Netzwerk von Mitarbeitenden begleitet ein ägyptischer Projektpartner der HMK in Not geratene Konvertiten und steht ihnen juristisch zur Seite.

Wollen Sie das Engagement christlicher Rechtsanwälte finanziell unterstützen? Mit 90 Franken (75 Euro) können Sie einen wesentlichen Beitrag zur juristischen Unterstützung für aus dem Islam konvertierte Christinnen leisten.

*Name aus Sicherheitsgründern geändert.