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Ägypten: Diejenigen, die den Islam verlassen haben

Es gibt sie auch in Ägypten, und es sind keine Einzelfälle: Menschen, die den Islam verlassen und Christ werden. Was sind ihre Beweggründe und was bedeutet ihr Entscheid? Ein HMK-Projektpartner gewährt Einblick.

 

Januar 2021 - hmk. Präsident Sissi baut Ägypten so schnell um, dass es nach kurzer Zeit kaum wiederzuerkennen ist: Überführungen werden in Rekordzeit gebaut, die sonst endemischen Verkehrsstaus haben bereits merklich nachgelassen. Sissi regiert mit starker Hand, worüber die Islamisten erbost, aber viele Christen erfreut sind. Auch weil er sagt: „Wir sind alle zuerst einmal Ägypter“. Christen hören zum ersten Mal einen muslimischen Präsidenten öffentlich deklarieren, dass auch die Christen zu Ägypten gehören! Nichtsdestotrotz ist es weiterhin besonders für Muslime schwierig und gefährlich, wenn sie Christen werden. Oft werden sie von den eigenen Familienangehörigen bei der Polizei verklagt. Wenn die „Ordnungshüter“ merken, dass es sich um Apostasie handelt (Abfall vom Islam) kommt es immer wieder vor, dass falsche Anklagen vorgebracht oder Dokumente gefälscht werden, Richter und Polizisten sich gegenseitig decken oder Konvertiten im Gefängnis verschwinden. Es sind himmelschreiende Schicksale, und die Projektpartner der HMK, welche sich trotzdem juristisch für Konvertiten engagieren, sind mutige Helden.

Quarantäne-Zentrum ohne medizinisches Personal
Abdel (Name geändert) ist Leiter eines Evangelisations-Dienstes, mit welchem die HMK seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Mitten im Lockdown während der Covid-19 Pandemie im Frühling 2020 erkrankt er. Im öffentlichen Spital wird er positiv auf Covid-19 getestet und augenblicklich per Ambulanz in das temporäre Quarantäne-Zentrum gebracht, eine unbenutzte Universität. Die Infizierten werden hier eingesperrt und ohne medizinisches Personal sich selbst überlassen. Weil es Ramadan ist, gibt es nur frühmorgens und spätabends eine kärgliche Mahlzeit. Da spielt es keine Rolle, dass Abdel Christ ist. Alle drei Tage wird erneut getestet, sobald er zwei Mal nacheinander negativ ist, darf er nach Hause. Viele überleben diese Quarantäne nicht. Die Menschen draussen bekommen Angst davor, positiv getestet zu werden und danach ebenfalls hier eingesperrt zu sein, und gehen darum nicht zum Arzt! Dann kommt das grosse Opferfest, ʿĪd al-fiṭr,: Alle Infizierten werden entlassen, damit sie im Kreis ihrer Familien feiern können, so auch Abdel.  Während seiner Quarantäne sorgen wir uns als HMK um Abdels Frau und seine fast erwachsenen Söhne, damit sie mit weniger Sorgen weiterleben können. Abdel ist froh, dass er die Quarantäne überlebt hat und wieder gesund ist!

Der unerschrockene Imam

Das Team von Abdel hat während dem Lockdown sein  christliches Engagement auf den sozialen Medien intensiviert. Gelangweilt und voller Sorgen verbrachten die Menschen viel mehr Zeit als vorher im Internet und informierten sich auch über die Ansichten der Christen. Unter ihnen war ein Imam, der sich nach wenigen Wochen intensiven Austausches mit unseren Projektpartnern entschied, Jesus Christus nachzufolgen. Er kommunizierte seine Entscheidung in seinem Bekanntenkreis und auch auf den sozialen Medien. Bis Anfang Herbst 2020 fanden 15 Menschen durch den ehemaligen Moschee-Prediger zum Glauben an Jesus.

Korb der Hoffnung

Durch ihren Dienst sind Abdel und sein Team mit vielen Christen aus islamischem Hintergrund befreundet. Besonders jene, die als Tagelöhner ihr Einkommen verdienten, haben aufgrund ihrer Hinwendung zu Christus ihre Arbeit verloren und kämpfen ums wirtschaftliche Überleben: Miete bezahlen, Essen finden für ihre Familien, Gesundheitsversorgung etc. Der Projektpartner der HMK versorgte bisher über 150 Familien mit einem „Korb der Hoffnung“ (CHF 30.-). „Somit gab uns Gott als Dienst viele Gelegenheiten, um auf Ihn hinzuweisen: Gott ist mit uns, Gott ist in Kontrolle, wir brauchen Gott, Er sorgt für uns“ meint Abdel dankbar.