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Ägypten: «Der wandelnde Koran» begegnet Jesus Christus

Mark Gabriel mit seiner Frau Unja.

Simmental Zeitung./September 2013 – Im Alter von 12 Jahren nennt man Mark Gabriel – der damals noch einen arabischen Namen trägt – «den wandelnden Koran»; dabei ist er keine Ausnahme, denn viele junge Moslems kennen den Koran in diesem Alter auswendig. «Als Christen könnten wir an diesem Punkt von Moslems lernen», fordert der Referent seine ZuhörerInnen heraus. Mit 13 Jahren wird er auch mit dem Judentum und dem Christentum vertraut. Moslems lehren, die Juden und die Christen hätten die Schriften verfälscht. Als Teenager begegnet Mark Gabriel einem koptischen Priester (Christen in Ägypten), der ein anderes Licht auf die Christen wirft, weil er Liebe übt und einen vergebenden Lebensstil praktiziert.


An der einflussreichen islamischen Kaderschmiede Al-Azhar erlebt der junge Student, dass es nicht gestattet ist, (kritische) Fragen über die grundlegenden Lehren des Islam zu stellen. «Es gibt eine rote Linie, die man nicht überschreiten darf», führt der Referent aus. Später unterrichtet er selbst als Dozent und erlaubt seinen Studenten, kritische Fragen über den Islam zu stellen. Diese Zivilcourage kostet ihm jedoch seinen Beruf und auch fast sein Leben.


In der darauf folgenden Nacht wird er um 3 Uhr morgens von der ägyptischen Geheimpolizei entführt. Es folgen 15 Tage Gefängnis und 7 Tage Folter. Seine Freilassung verdankt er einem einflussreichen Onkel, der Beziehungen zur Regierung hat. Innerlich hat sich der junge Ägypter inzwischen vollständig vom Islam abgewandt, und so ist er ein Jahr lang auf der Suche nach Gott. «Ich habe Gott gefunden, als ich das Neue Testament gelesen habe», bezeugt der ehemalige Islamgelehrte, der sich stets der Wahrheit verpflichtet weiss. Eine Apothekerin, eine koptische Christin, schenkt ihm ein Neues Testament. Dieses Gotteswort prägt von nun an sein Denken und verändert sein Leben, weil er darin erkennt, dass Jesus doch nicht nur ein Prophet ist.


Der Islamgelehrte, der auch mit der christlichen Lehre bestens vertraut ist, zeigt erstaunliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Jesus und Mohammed auf. Sowohl im Koran als auch in der Bibel gibt es je eine Geschichte, in der eine Ehebrecherin Mohammed, bzw. Jesus vorgeführt wird. «Während Mohammed die Ehebrecherin vor den Augen des eigenen Kindes töten lässt, lässt Jesus die Ehebrecherin am Leben und ermöglicht ihr einen neuen Anfang», sagt der Gelehrte. Und diese Begegnung habe ihn überzeugt, Christ zu werden.


Auf die Frage, wie es möglich sei, dass der erhabene Gott und Schöpfer des Universums sich so klein machen könne, den Menschen in menschlicher Gestalt zu begegnen, antwortet Mark Gabriel: «Wie der Herr – zusammen mit zwei Engeln – dem Abraham in menschlicher Gestalt erschienen ist, so ist es für den Gott der Bibel kein Problem, den Menschen in Jesus Christus – also in menschlicher Gestalt – zu begegnen.
Nach dem Vortrag vom 13. Juni 2013 nutzen einige BesucherInnen die Gelegenheit, dem Referenten Fragen zu stellen. Träger der Veranstaltung ist der Allianzkreis Obersimmental in Zusammenarbeit mit der Hilfe für Mensch und Kirche (HMK) in Thun.

Autor: Felix Kostezer

 

 

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