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Verbundenheit mit denjenigen, bei denen die Krise kein Ablaufdatum hat

September 2020 - „Gott hat uns in Seine Gemeinde berufen. Darum sind wir ein Leib, und es ist ein Geist, der in uns wirkt. Uns erfüllt ein und dieselbe Hoffnung.“ (Epheser 4,4)

 

Liebe Leserin, lieber Leser

 

In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal in meinem Leben staatlich verordnete Einschränkungen in meinem Alltag erfahren. Bis dahin hatte mir nie jemand verboten, mich in Gruppen mit anderen zu treffen. Noch nie zuvor wurde mir gesagt, ich dürfe nicht mehr am Arbeitsplatz erscheinen, nicht mehr den öffentlichen Verkehr benutzen. Und insbesondere hatte mir bis anhin kein Mensch und keine Behörde untersagt, zum Gottesdienst zu gehen. 

 

Neue Mittel und Wege

Ich erlebte in dieser Zeit eine nie dagewesene Verbundenheit mit denjenigen, für welche solche Rahmenbedingungen zum ganz normalen Leben gehören. Wie unzählige unserer Glaubensgeschwister weltweit, mussten auch wir uns plötzlich neue Mittel und Wege einfallen lassen, das zu tun, was uns wichtig und wertvoll ist. Wir alle machten aus der Not eine Tugend – wir feierten übers Internet Gottesdienste, genossen mal wieder das Abendmahl in der Familie, beteten via Videokonferenz. Als Eltern durften wir unsere Tochter im Garten verheiraten – unter den Augen und Ohren der Nachbarn. Das waren gute Erfahrungen – aus der Not geboren – mit Herz und Leidenschaft ausgeführt – alles im Wissen, dass niemand gegen uns ist – und dass es wieder anders sein wird.

Gottvertrauen als Überlebensstrategie

Als HMK stehen wir für diejenigen ein, für welche dieses „Ausnahmeleben“ Normalfall ist. Beispielsweise für die wachsende Schar von Christen in Laos. Lesen Sie dazu den Beitrag auf den Seite 4-5. Einschränkungen sind für unsere laotischen Geschwister nicht temporäre Folgen unvorhergesehener Umstände, sondern Resultate menschengemachter Drangsal und politischer Willkür. Sie können’s nicht locker nehmen, sich auf nachher freuen oder gar mit staatlicher Unterstützung rechnen. Im Gegenteil – die Mühsal hat System und dauert an – ist gar ausgelegt auf Zermürbung und Zerstörung. Flexibilität, Ideenreichtum, tiefes Gottvertrauen und Durchhaltevermögen gehören zum täglichen Überlebenskit unserer Geschwister in Laos und in vielen anderen Teilen der Welt.

 

An der Seite unserer Glaubensgeschwister

Vielleicht haben auch Sie, liebe Leserin, lieber Leser, in den vergangenen Monaten den zwar tief dosierten, aber trotzdem bitteren Geschmack staatlicher Eingriffe und Restriktionen auf der Zunge gespürt. Wir sind froh, wenn Sie trotzdem oder gerade deswegen mit uns dranbleiben, denjenigen zu helfen, bei denen die Krise kein Ablaufdatum hat. Vergessen wir nie: Der Leib Christi erstreckt sich über die gesamte Erde, und wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder. Danke, dass Sie diese Auffassung mit uns teilen!

Thomas Dänzer,
President HMK