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Iran – In Zeiten von Corona Gottes Liebe weitergeben

Der Iran wurde zum Epizentrum des Coronavirus im Nahen Osten, übertragen von schiitischen Studierenden aus China in Irans heiligster Stadt Ghom. Iranische Christen helfen in der Krise, obwohl sie selbst unterdrückt werden.

 

hmk./April 2020 - Das Küssen der heiligen islamischen Schreine durch Pilger verbreitete das Coronavirus rasant und hat Zigtausende im ganzen Land infiziert, mit vielen Toten, und das Gesundheitssystem zum Erliegen gebracht. Die Wut auf die Regierung ist gross, die sogar ausländische Hilfe abwies, wie kürzlich „Ärzte ohne Grenzen“.

Foto: © HMK

Keine Antworten seitens der Mullahs

Viele muslimische Geistliche hätten selbst keine Antworten auf das Virus und bemühten stattdessen abergläubische Riten, so der Nahost-Projektleiter der HMK. „Das Interesse der Bevölkerung am christlichen Glauben steigt weiter an, wie auch unsere Medienpartner beobachten. Sie produzieren christliche Sendungen und erhalten darauf täglich 600 bis 800 Anfragen. Iranische Christen helfen bei der Verteilung von Hygieneartikeln und Desinfektionsmittel, strahlen Hoffnung aus, trotz Verfolgung.“

 

„Wir beten füreinander“

Der Leiter einer Hauskirche im Iran berichtet: „Wir alle leiden unter der Ausgangssperre, viele haben ihre Arbeit verloren und können kaum noch ihre Familien ernähren. Fast alle haben Kranke in ihren Familien und es gibt kaum medizinische Hilfe. Aber wir beten füreinander. Das gibt uns Kraft!“ Die Leiterin unserer christlichen Telefonseelsorge berichtet: „Seit Corona melden sich bei uns täglich verzweifelte Menschen und flehen um Hilfe. Wie der Vater eines 10-jährigen kranken Sohnes. Als die Eltern ihn ins Krankenhaus brachten, mussten sie ihn hilflos dort lassen und wurden hinausgeprügelt, als sie sich weigerten, zu gehen. Wir beteten für sie, und nach drei Tagen erhielten wir die Nachricht, dass es dem Kind besser geht: ‚Meine Frau durfte heute zu unserem Sohn. An euren Jesus will ich von nun an glauben.‘ Ähnlich erging es einer schwer kranken Mutter von drei Kindern, die nach unseren Gebeten wieder gesund wurde. Ihr Mann rief bei uns an, weil er Christ werden wollte und zwei Wochen später erfuhren wir, dass auch ihre Nachbarn Christen geworden sind.“


Online Kirche für Untergrundchristen

Nahost-Projektleiter: „Im Oktober 2019 haben wir mit unseren iranischen Projektpartnern eine Online Kirche für Untergrundchristen begonnen. Jetzt, in Zeiten von Corona, ist diese TV-Kirche im Iran sehr gefragt und präsent in 49 grossen Städten und in 1’470 Hauskirchen. Immer mehr Iraner kommen online zusammen, feiern Gottesdienste, singen Anbetungslieder, hören das Wort Gottes, tauschen ihre Anliegen aus, beten füreinander und segnen einander. Es ist die Aufgabe der Christen, gerade auch in Zeiten von Corona, Gottes Liebe weiterzugeben, mit Menschen zu beten, Hoffnung zu verbreiten.“