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Der Wahrheit verpflichtet

Pfarrer Samuel Leuenberger ist seit Jahrzehnten ein treuer Unterstützer der HMK.

 

HMK: Herr Leuenberger, seit langer Zeit sind Sie mit der HMK verbunden. Seit wann und auf welche Art

Samuel Leuenberger: Ich lernte die HMK zur Zeit meines Pfarramtes auf dem Hasliberg/BE im Jahr 1972 kennen durch die Vortragstätigkeit von Hans Kunz mit dem Thema „Verfolgte Christen”. Beim ersten von ihm gehaltenen Vortrag wurde ich auf Anhieb davon überzeugt, dass die HMK volle Unterstützung verdient. So war es für mich klar, Hans Kunz zu Referaten in alle vier von mir betreuten Gemeinden während meiner 35-jährigen Amtszeit einzuladen.

 

Sie selbst sind reformierter Pfarrer im Ruhestand. Damals, während des Eisernen Vorhangs, barg das Thema „Christenverfolgung unter dem Kommunismus” auch in der Schweizer Kirchenlandschaft Explosionsstoff. Welche Erinnerungen kommen da bei Ihnen auf?

Leider waren unsere Landeskirchen damals – es ist auch heute nicht viel anders – dem Weltkirchenrat und seinen Verlautbarungen hörig. Dass Christen verfolgt werden, hat der Weltkirchenrat gelinde gesagt heruntergespielt. Die Informationen gingen mehrheitlich darauf hinaus, dass bedrängte Christen selber an ihrem Leid schuld seien, weil sie sich den kommunistischen Behörden gegenüber ungeschickt verhielten. Gefängnisstrafen für Christen hätten nichts mit ihrem Glauben zu tun, sondern mit deren kriminellem Verhalten. Jene Pfarrer, welche damals für den theologischen Mainstream verantwortlich waren, sympathisierten mit der kommunistischen Ideologie.


Können Sie eine Begebenheit von damals schildern?
Ich war bestürzt, als ich in Diskussionen in einem theologischen Arbeitskreis, in dem ich mehrere Jahre dabei war, hören musste, wie Richard Wurmbrand (Begründer der HMK, Anm. der Redaktion) als massloser Übertreiber gebrandmarkt wurde, der die generell „legitimen und relevanten” Anliegen des Kommunismus schlechtmache und so ein sehr verzerrtes Bild der kommunistischen Heilslehre vermittle. Da ich diesen blauäugigen Darstellungen des Kommunismus und der damit verbundenen Leugnung von Christenverfolgung vehement widersprach, wurde ich aus diesem theologischen Arbeitskreis herausgeschmissen.

 

Was überzeugte Sie all die Jahre an der Arbeit der HMK?
Die HMK hat sich bis jetzt mutig der Political Correctness entgegengestellt, weil sie sich der Wahrheit, d.h. den Fakten vom himmelschreienden Unrecht an verfolgten Christen, verpflichtet weiss. Die HMK schwimmt gegen den Strom der Medien, die häufig Ungerechtigkeit unterschlagen, vor allem wenn es um Christen geht. Die HMK bringt Verfolgten physische Überlebenshilfe verbunden mit der Frohen Botschaft unseres Erlösers Jesus Christus. •

Samuel Leuenberger, reformierter Pfarrer im Ruhestand