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Verfolgte Christen – Ein Teil von mir

Nationalrat Erich von Siebenthal engagiert sich gemeinsam mit anderen Parlamentsmitgliedern für verfolgte Christen. Er gewährt uns einen Einblick.

 

HMK: Herr Nationalrat von Siebenthal, Sie haben ein grosses Anliegen für verfolgte Christen. Seit wann und warum?

Erich von Siebenthal: Die verfolgten Christen hatten für mich schon immer eine grosse Bedeutung. Sie waren schon in frühen Jahren am Familientisch immer wieder ein Gesprächsthema. Wir haben ihrer gedacht und dazu Anlässe besucht. Sie haben mich in meinem Leben sozusagen ständig begleitet. Dass ich mich heute für sie einsetze, ist für mich also nichts Neues, sondern ein Teil von mir.

 

„Das Gebet reicht aus – Politik ist etwas Weltliches und nicht für uns Christen.“ Ihre Antwort an diejenigen, die so denken?

Das Gebet ist sehr wichtig und ich ermutige Menschen zum Gebet und dass sie an die Betroffenen denken. Doch als Politiker im Bundeshaus habe ich auch eine Verantwortung gerade auf politischer Ebene, auch für verfolgte Christen. Gemeinsam mit anderen Politikerinnen und Politikern können wir hier eine Kraft entwickeln, die Wirkung entfaltet, damit es Betroffenen vor Ort besser gehen darf.


Von Beginn an waren Sie in der Parlamentariergruppe, die sich politisch für unterdrückte Christen einsetzt und sich regelmässig mit unserem Geschäftsführer Linus Pfister trifft. Wie läuft ein solches Treffen ab und wie engagieren Sie sich?
Ein Kollege kam vor einigen Jahren auf mich zu mit dem Anliegen, ob es nicht die Möglichkeit gäbe, sich in der Schweiz auf politischer Ebene für verfolgte Christen einzusetzen. Für mich war sofort klar, dass ich Teil davon sein werde. Ich finde es super, wie Linus Pfister uns als Parlamentarier informiert und auf die gemeinsamen Treffen vorbereitet. Die HMK hat ein unglaubliches Wissen, Gespür und Erfahrung. Das gibt Vertrauen und ist eine gute Grundlage, um in unserer Parlamentariergruppe etwas bewegen zu können. Jeweils in der ersten Sessionswoche treffen wir uns mit Linus Pfister. Im Vorfeld schickt er uns Unterlagen zu aktuellen Fällen und Entwicklungen. Wir studieren die Unterlagen und entscheiden, stehen mit unserem Einfluss und unserer Unterschrift zur Verfügung. Wir als Vertreter der offiziellen Schweiz tragen unseren Teil dazu bei, dass andere Staaten die Ungerechtigkeiten in ihrem Land zur Kenntnis nehmen, und fordern sie zum Handeln auf.

 

Diese parteiübergreifend zusammengesetzte Parlamentariergruppe gibt es schon einige Jahre. Mit diesem Engagement exponieren Sie sich. Inwiefern fordert Sie das auch persönlich heraus?
Um etwas bewirken zu können, braucht es Mehrheiten und diese Vernetzung ist eine gute Voraussetzung dafür. Es freut mich enorm und ist ein Geschenk, dass wir über die Parteigrenzen hinweg Christen im Bundeshaus haben. Für mich ist klar, dass man hier hinzustehen hat und für mich ist auch klar, dass ich meinen Kolleginnen und Kollegen, wenn es sich ergibt, sage, dass die Bibel mein Fundament ist, dass der Glaube an Jesus Christus mich trägt und er mich hierhergeführt hat. So soll und darf man auch für die verfolgten Christen einstehen. Das ist meine Aufgabe und ist ein Teil von mir.

Nationalrat Erich von Siebenthal