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Geschichten, die ER schreibt

Als Journalist berichtet Daniel Gerber über die Situation verfolgter Christen und leistet damit wichtige Aufklärungsarbeit.

„Bereits sind in der Ferne die heranrückenden Truppen zu sehen. Den Sonnenuntergang werden wir nicht mehr erleben. Wir werden in diesem Kampf sterben – wir fühlten uns gut“, mit diesen dramatischen Worten beschreibt Tass Saada die aufwühlenden Minuten vor einem verlustreichen Kampf gegen die Israeli. Im von mir verfassten Buch Tass Saada, ich kämpfte für Arafat beschreibt der frühere Fatah-Scharfschütze, wie er nicht allein jüdische Soldaten angriff, sondern in Jordanien auch Christen attackierte. Die Aufzeichnung seiner Lebensgeschichte geschah vor mehr als zehn Jahren in Zusammenarbeit mit HMK. Die verfolgten Christen sind ein Herzensthema von mir. Dieses bewegt mich seit über zwanzig Jahren in meiner Tätigkeit als Journalist unter anderem bei livenet.ch und als Produzent des kirchlichen Magazins Ökumera bei Radio 32.

Die verfolgte Kirche ist Hoffnungsträger
Gewalt, Verhaftungen, Schändungen von Kirchen – täglich ereilen mich schlechte Nachrichten aus der verfolgten Kirche. Die journalistische Maxime „Bad News are good news“ („schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“) zählt nicht. Warum aber sind die Mitarbeiter christlicher Werke, die sich tagtäglich mit diesem Leid befassen, nicht längst depressiv geworden? Die Antwort ist, weil durch die Arbeit nicht nur ein Unterschied gemacht werden kann, sondern weil sie Hoffnung gibt. Und diese wird nicht zuletzt aus der verfolgten Kirche selbst genährt. Der Druck ist da. Aber er hat nicht das letzte Wort. So ist immer wieder von Aufbrüchen zu vernehmen. Gott lässt die „Bad News“ zu. Doch Er formt „Good News“ daraus. Mitten in Bedrängnis finden Menschen zu Jesus Christus.


Lebenswenden
In manchen Fällen geht der Druck bis zum Äussersten. Der Text des Liedes „I have decided to follow Jesus“ entstand während der Hinrichtung einer Familie in Assam, Indien, die nicht bereit gewesen war, ihren christlichen Glauben zu verleugnen. Sie alle starben an diesem Tag. Doch der Dorf-Chef und andere waren danach derart berührt, dass eine Erweckung in der Gegend aufbrach. Die Geschichte von Saulus, der zum Paulus wird, wiederholt sich heute. Wie bei Tass Saada. Er wurde später Christ und zeigt heute vielen den Weg aus dem Hass und der Gewalt hin zu einem hoffnungsvollen Leben mit Christus. Geschichten wie die seine gibt mir Hoffnung und Gewissheit, dass Gott die Kontrolle hat. Und deshalb trage ich als Journalist gerne die Geschichten weiter, die Er schreibt.

Daniel Gerber, Journalist